Helmut Fritsche, der Geschäftsführer einer traditionsreichen
Klosterbrauerei, ist 1937 als Sohn eines Landwirts in Woxfelde, einem kleinem Ort bei Gorzow im heutigen Polen geboren. Er verbrachte dort eine unbeschwerte Kindheit und floh dann 1945 vor den Russen nach Nitzahn. An diesem Ort betrieben seine Eltern eine kleine Landwirtschaft und fanden dadurch eine Überlebensmöglichkeit in einer Zeit, die von Hungersnot und Hungerstod geprägt war. Fritsche lernte in dieser Zeit des Mangels, dass es im Leben besonders auf Flexibilität und Ideenreichtum ankommt. Nicht das große Geld - das damals Inflationär vorhanden war -, sondern die Kunst zu überleben war gefragt.
Er besuchte die Grundschule in Nitzahn und machte dann in einem Genthiner Internat das Abitur. Rückblickend betrachtet Fritsche diese Erfahrung als positiv, denn dort lernte er wie es in engen Gemeinschaften zugeht.
Als Sohn eines Selbstständigen blieben im die Chancen für ein Studium verschlossen. Zu „Arbeitern der Stirn” sollten in der DDR in erster Linie die Kinder der Arbeiter ausgebildet werden. Mit Zahnbürste und Personalausweis bewaffnete floh er nach West-Berlin. Sein Abitur aus der DDR wurde dort nicht anerkannt, also musste ein zweites, gültiges Abitur her. Sein Onkel nahm ihn für eine Zeit in bei sich auf und so besuchte er vormittags das Gymnasium und arbeitete am Nachmittag. Als er sein Abitur in der Tasche hatte, begann er ein Studium der Betriebswirtschaft an der Freien Universität Berlin.
Freunde und Kameraden fand er in der Burschenschaft Neogermania, zu der auch Gustav Stresemann einst gehörte. Neben dem Studium arbeitete er in Gaststätten und Kneipen als Portier, Garderobier und Türsteher. Als Türsteher lernt man nicht nur das öffnen von Türen, was auch für Unternehmerischen Erfolg besonders wichtig ist, sondern entwickelt dabei auch eine gute Menschenkenntnis. Eine Fähigkeit, die im Leben äußerst nützlich ist.
Mit dem Diplom standen ihm dann dir Türen im Management von AEG offen. Dort lernter er worauf es beim Führen eines großen Unternehmens ankommt: „Beweglichkeit und Ideenreichtum”
Helmut Fritsche war in den fast 25 Jahren, die er bei AEG beschäftigt war, in vielen Geschäftsfeldern tätig und gründete gemeinsam mit einem Kollegen die Intrasys GmbH in München.
Zwei Jahre nach dem Mauerfall ging Fritsche als Wirtschaftsberater nach Frankfurt (Oder). Dort waren seine wirtschaftlichen, eigentumsrechtlichen und steuerlichen Kenntnisse sehr gefragt und er konnte so am Aufbau der sozialen Marktwirtschaft mitwirken. Bis ihm die Klosterbrauerei Neuzelle begegnete und erneut seinen Unternehmergeist herausforderte, er fand hier Freunde und Mitarbeiter, die seine Ansichten teilen. Das Rentenalter hat er inzwischen erreicht, doch ans Aufhören denkt er noch nicht. Vielleicht ein wenig kürzer treten und nicht mehr jeden Tag ins Büro fahren.
In seinem Buch „Der Bierkrieg” berichtet Fritsche über den Kampf, den er gegen die deutschen bürokratischen Behörden geführt hat um sein Bier auch endlich Bier nennen zu dürfen. In dieser Zeit entstanden auch der Mahnruf eines brandenburgischen Unternehmers. In 95 Thesen weist Fritsche auf bürokratische Missstände hin.
Anmerkung der Redaktion: Wir werden diese Thesen in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten veröffentlichen und einzeln kommentieren. Es lohnt sich also bald wieder reinzuschauen.
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Die 95 Thesen, die von Martin Luther 1517 verfasst worden sind haben die Menschen damals bewegt und die Kirchengeschichte stark beeinflusst. Luther konnte den Ablasshandel nicht billigen und wollte nicht tatenlos zusehen, wie das Volk von oben herab behan ...