(openPR) Die ideen-park GmbH veröffentlichte eine Langzeitstudie zur deutschen Umverteilungspolitik. Gegenstand der Betrachtung sind die Ergebnisse der Einkommensverteilung von 1970 bis heute vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen Machtverhältnisse in Deutschland.
Die wichtigsten Ergebnisse in der Übersicht:
Die Studie zeigt, dass im Jahr 2008 erstmals wieder seit dem Jahr 2000 die Arbeitnehmerentgelte wieder ein stärkeres Gewicht am Gesamteinkommen bekommen haben. Der Anteil stieg von 64,78% in 2007 auf 65,18% in 2008. Dementsprechend sank der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen von 35,22% in 2007 auf 34,82% in 2008.
Die Umverteilung der Einkommen ist in 2008 seit dem Jahr 2000 erstmals wieder verstärkt zugunsten der Arbeitnehmer erfolgt, so dass das preisbereinigte Verteilungsergebnis einen Zuwachs des Arbeitnehmereinkommen am Gesamteinkommen zeigt. Mit anderen Worten: Fakt ist, dass im Jahr 2008 die Arbeitnehmerentgelte, nominal betrachtet, stärker stiegen als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Also genau anders herum als vielerorts behauptet. Ferner zeigt sich auf Basis der aktuellen Hochrechnung der Inflationsrate (gemessen als HVPI), dass die Arbeitnehmereinkommen real gestiegen sind, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen real gesunken (!) sind.
Berücksichtigen muss man an dieser Stelle auch, dass die o.g. Zahlen auf die gesamte Volkswirtschaft abstellen. Das heißt, dass die Einkommensverteilung und –umverteilung in einzelnen Sektoren oder Unternehmen natürlich auch umgekehrt sein kann, wie es gern in der Presse kolportiert wird. Richtig jedoch ist die Betrachtung der gesamten Volkswirtschaft. Hier ist die dargestellte Verschiebung der Einkommensverteilung zugunsten der Arbeitnehmerentgelte zu beobachten.
Interessant ist die Beobachtung vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen Verhältnisse.
1970 bis 1982:
In der sozial-liberalen Ära erfolgte eine Verschiebung der Einkommensverteilung zugunsten der Arbeitnehmereinkommen. Ausgehend von einem Verhältnis von 67,31% zu 32,69% endete die Ära mit einem Verhältnis von rund 76% zu 24%.
1982 bis 1998:
Mit dem Politikwechsel hin zur christlich-liberalen Ära erfolgte zunächst eine Verschiebung der Verteilung zurück in Richtung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Sie fand ihren Höhepunkt im Jahr 1990 mit einem Verhältnis von 69,80% zu 30,20%. Diese Politik wurde korrigiert und erreichte 1993 mit einem Verhältnis der Einkommen von 72,91% zu 27,09% einen weiteren Wendepunkt. Die Ära endete mit einem Verhältnis von 70,41% zu 29,59%.
1998 bis 2005:
Der Politikwechsel zu rot-grün brachte zunächst erneut einen Wechsel in der Umverteilung der Einkommen zugunsten der Arbeitnehmerentgelte. Tatsächlich aber endete die rot-grüne Phase mit einem Verteilungsverhältnis von 67,04% zu 32,96%. Das bedeutet: Unter rot-grün haben die Unternehmens- und Vermögenseinkommen ihren bis dato höchsten Anteil am Gesamteinkommen erreicht! Analog sank der Anteil der Arbeitnehmerentgelte auf das bisherige Minimum. In der Umverteilungspolitik wurde das Rad der Geschichte ziemlich genau auf das Jahr 1970 zurückgedreht.
2005 bis heute: Der nächste Politikwechsel hin zu schwarz-rot hat zunächst den um das Jahr 2000 begonnenen Prozess der stärkeren Gewichtung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen fortgesetzt. Der Wendepunkt erfolgte im Jahr 2007 mit einem Verhältnis von 64,78% zu 35,22%. Mit dem Jahr 2008 „dreht“ sich der Trend aus dem Jahr 2000. Das Verhältnis verschiebt sich zugunsten der Arbeitnehmerentgelte auf 65,18% zu 34,82%.
Ergänzt wird die Studie um eine Untersuchung zur Steuergerechtigkeit in Deutschland. Lesenswert.
Die komplette Studie steht Ihnen hier zum kostenfreien Download zur Verfügung:
www.thallos.ag/assets/files/studie2009.pdf
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