Von den einen heiß ersehnt, von den anderen eher gefürchtet. Das Monatsende. Denn während die Familien-Haushaltskasse endlich mal wieder Futter bekommt, denn schließlich heißt Monatsende auch Zahltag, graut es dem Unternehmer vor dem Stapel Rechnungen, der zu Monatsende unbedingt noch bezahlt werden muss. Egal wohin man schaut, das Geld ist knapp.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat ihr Übriges dazu beigetragen. Um die Auswirkungen der Krise abzumildern, haben die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag ein steuerliches Sofortprogramm beschlossen. Davon sollen sowohl Familien, wie auch Unternehmen profitieren. Durch die geplanten Maßnahmen sollen Familien, wie auch Unternehmen jedes Jahr um 8,5 Millionen Euro entlasten werden.
Hier einen kurzen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen.
Für Unternehmen sollen die ebenfalls wichtigen Rahmenbedingungen günstiger gestaltet werden. Korrekturen sind vor allem bei der Unternehmenssteuer geplant.
So sollen für Unternehmer die Abschreibungsregeln geändert werden. Die Bundesregierung plant eine Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern bis 410 Euro. Dadurch können Unternehmer bereits im Jahr der Anschaffung von steuerlichen Vorteilen durch Abschreibung profitieren. Darüber hinaus soll es alternativ möglich sein, einen Sammelposten für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1000 Euro einzurichten.
Geplant ist auch die Zinsschranke abzumildern. Bei Einführung der Zinsschranke war der Grundgedanke, dass vor allem Konzerne, die in Deutschland Gewinne einfahren, diese nicht auf ausländische Tochterunternehmen verlagern können, um dadurch in Deutschland weniger oder gar keine Steuern zu zahlen. Für kleine und mittlere Unternehmen hat sich aber gerade diese Zinsschranke zu einem echten Problem entwickelt. Deshalb wird unter anderem die Freigrenze von 1 Millionen Euer zukünftig dauerhaft auf 3 Millionen angehoben, um dadurch insbesondere den Mittelstand zu entlasten.
Für Beherbergungsleistungen soll zukünftig ein niedrigerer Umsatzsteuersatz gelten. Der Steuersatz wird auf sieben Prozent gesenkt. Davon sollen neben Hoteliers und Gastronomen auch die Gäste profitieren.
Die Bundesregierung will gleichzeitig auch die Familien entlasten. So soll den meisten Eltern ab Januar 2010 mehr Geld zur Verfügung stehen.
Die wichtigsten Änderungen für Familien sehen wie folgt aus.
So erhalten Eltern ab Januar 2010 mehr Kindergeld. Konkret sind das für jedes Kind 20 Euro mehr. Das heißt, für das erste und zweite Kind gibt es je 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 215 Euro im Monat.
Gleichzeitig steigen die Freibeträge für Kinder von jetzt 6024 Euro auf dann 7008 Euro.
Freuen dürfen sich aber auch Alleinerziehende, denn der Unterhaltsvorschuss wird angehoben. Der steigt ab Januar 2010 für alle Kinder bis fünf Jahre von 117 Euro auf 133 Euro. Kinder zwischen 6 und 11 Jahre erhalten dann 180 Euro statt bisher 158 Euro. In Zahlen ausgedrückt sind das 4,6 Millionen Euro Entlastung für Eltern.
Das Gesetz wird voraussichtlich am 1. Januar 2010 in Kraft treten, muss aber noch von Bundestag und Bundesrat abgesegnet werden. Den kompletten Gesetzentwurf mit allen geplanten Änderungen finden Sie auf der Internetseite des
Bundesfinanzministeriums.